Nachwuchsarbeit-Schießsport

Training mit der Pistole

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Die Bücher "Nachwuchsarbeit im Schießsport"
sowie "Sportliches Pistolenschießen"
dienen als Grundlagen.


 

Inhalt der Seite:


Abdeckblenden

Bei meinen Aus- und Fortbildungslehrgängen erlebe ich heute noch Dinge, worüber ich nur den Kopf schütteln kann, was die Abdeckblende für das nichtzielende Auge betrifft. Ich möchte hier keinen wissenschaftlichen Beitrag über das Auge verfassen, diese gibt es im Internet genug, sondern mich nur darauf beschränken, ob man eine Abdeckblende braucht oder nicht.

Man kann mit beiden Augen geöffnet zielen, kein Problem, wenn das Korn im Kimmen-ausschnitt schnell genug und scharf gesehen werden kann. Aber das ist selten der Fall. Nur wenige Schützen können das. Wenn man sich zu sehr darauf konzentrieren muss, dass man das Korn scharf sieht und damit das u. U. etwas seitlich versetzte grau schimmernde Korn ausschaltet, muss das nichtzielende Auge abgedeckt werden.

Man kann doch das nichtzielende Auge zukneifen! Natürlich kann man das! 1. sieht das unschön aus, und gibt auf die Dauer nur einseitige Augenfältchen ;-) 2. braucht man schon wieder Konzentration dazu, die beim Fokussieren vom Übergang von der Arbeitsphase zur Auslösephase und der Schussauslösung dringend benötigt wird. Also beide Augen offen lassen und das nichtzielende Auge abdecken.

Dann komme ich zum dominierenden Auge. Das dominierende Auge ist bedeutend beim Bogenschießen, aber nicht beim Pistolenschießen. Ich glaube, dass diese weit verbreitete Meinung, man müsse mit dem dominierenden Auge beim Pistolenschießen auch zielen, ist nicht aus der Welt zu schaffen, auch wenn ich und viele andere Trainer sich darum bemühen. Ich gebe es aber nicht auf. Beim Pistolenschießen und der einarmigen Haltung zielt der Linksschütze mit dem linken Auge und der Rechtsschütze mit dem rechten Auge und deckt jeweils das andere Auge ab. Wäre bei einem Rechtsschützen zufälligerweise das dominierende Auge links und er würde mit dem rechten Arm die Waffe halten und dann mit dem linken Auge zielen, müssen derart viele Griffveränderungen vorgenommen werden, auch wenn das zum Teil möglich ist, verläuft die Ziellinie vom Auge-Arm-Hand-Scheibe nicht mehr gerade und der Rückschlag wird nicht vom ganzen Körper aufgefangen. Das belastet das Hand- und Ellenbogengelenk und zudem muss die Halsmuskulatur zu sehr angespannt werden, je nach offener Anschlagshaltung. Im Einzelnen möchte ich das gar nicht hier durchspielen, sondern nur sagen: Als Rechtshänder zielt man beim Pistolenschießen mit dem rechten Auge.
Es gibt Ausnahmen: Wenn bei einem Rechtshänder das rechte Auge nicht mehr gut mit einem Brillenglas korrigiert werden kann und das linke Auge sehr viel besser ist, dann wird man Kompromisse mit der Anschlagshaltung und Griffhaltung eingehen. Sonst aber nie!

Abdeckblenden können selbst hergestellt werden, aber bitte die Sportordnung berücksichtigen!

Nun das erst kürzlich Erlebte. Bei einer Fortbildung fiel mir ein Schütze auf, der mit beiden Augen offen ohne Abdeckblende zielte. Ich sagte: "Oh, da haben wir ja mal einen Schützen, der mit beiden geöffneten Augen zielt." Ich fragte den Schützen, ob er das denn gut kann, weil seine Ergebnisse das überhaupt nicht zeigten. Er sagte mir: "Ich sehe zwei Körner, aber beim Zielen sehe ich immer nur auf das rechte Korn!". Und das sind Trainer!!!

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Äußerer Anschlag Pistole

Immer noch sind Schützen zu sehen, die die 45-Grad-Anschlagsstellung (Fußstellung) einnehmen. Wenn das Hobby- oder Auflageschützen oder ältere Schützen tun, ist dagegen nichts einzuwenden. Bedauerlich ist, dass Jugendliche das nachmachen oder Trainer/Betreuer es nicht anders wissen, weil sie es manchmal noch heute in ihren Grundausbildungen lernen.

Seit vielen Jahren ist man von dieser 45-Grad-Anschlagsstellung abgekommen, nachdem die Nachteile überwiegen. Leistungs- und Hochleistungsschützen nehmen heute den "steilen Anschlag", also eine Fuß- und Beinstellung bei gerader Körperhaltung von 90-Grad zum Ziel ein. Wichtig ist, dass vor allem Knie und Hüfte nicht verdreht werden, die gerade Körperhaltung beibehalten wird. Deshalb sind hin und wieder geringe Abweichungen möglich, eventuell sogar ratsam.

Jugendliche sollten von Anfang an den "Steilen Anschlag" lernen, auch Kinder, die mit der Lichtpistole beginnen. Allen sollte ein späteres Umlernen, wenn sie in den Landeskader kommen sollten, erspart werden. Weil jedes Umlernen langwierig ist und dazu auch noch demotiviert.

Spezielle Übungen für die Hals- und Schultermuskulatur gehören zu jedem Training. Es gibt auch viele spielerische Übungen.

Jugendlicher_90Grad_AnschlagAnschlag_90-Grad

Anfänger 10 Jahre (2008) bzw. 12 Jahre (2014). Sie lernten diesen Anschlag von Beginn an.
Fotos Copyright: Elfe Stauch, Foto links aus Buch "Nachwuchsarbeit im Schießsport".
 

Das Buch "Nachwuchsarbeit im Schießsport" sollte in jedem Verein vorhanden sein. Es ist eine wertvolle Hilfe, beim Beginn mit Kindern vom Lichtschießen an und beinhaltet alle Nachwuchsdisziplinen (Gewehr, Pistole, Bogen). Mit dem Kauf dieses Buches  unterstützen Sie ein wenig auch meine Arbeit hier.

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Atmung, Doppel-, Einfachatmung

Wir freuen uns über jeden "Neuen" und immer wieder taucht dann die Frage auf: Wie soll ich beginnen?

Klar ist, dass der "Äußere Anschlag" möglichst gleich von Beginn an korrekt gezeigt werden sollte.

Dann: Besonders Anfänger und nicht nur diese haben Schwierigkeiten mit dem Visieren, denn sie zielen zwar über Kimme/Korn, aber schauen dann doch auf die Scheibe bzw. in den Halteraum beim Abziehen. Hinzu kommt ein oft zu ruckartiges Abziehen, was für den Anfang normal ist. Deshalb sollte jeder Anfänger, gleich welchen Alters, auf alle Fälle die erste Zeit immer aufgelegt schießen und die Elemente Zielen und das langsame konsequente Druckverstärken üben.

Beim Aufgelegtschießen kann schon vermittelt werden, dass mit dem Druckverstärken langsam bei leicht geöffneten Lippen ausgeatmet wird (Ventilatmung). Auch auf das Nachzielen sollte schon jetzt geachtet werden.

Wird im freien Anschlag geschossen, könnte dem Anfänger gleich die Doppelatmung, wie sie allgemein empfohlen wird, vermittelt werden. Ich bin in letzter Zeit dazu übergegangen, als Ziel die Doppelatmung aufzuzeigen, aber mit Beginn die Einfachatmung zu empfehlen, da sie mit all den technischen Elementen und noch ungenügender Halteraum einfacher anzuwenden ist. Allerdings soll beim Ausatmen auch hier immer die Ventilatmung bereits angewendet werden. Hat der Schütze schon etwas Sicherheit mit der Führung der Luftpistole, also schon ein besseres Haltevermögen kann zur Doppelatmung übergegangen werden. Zu lange sollte man mit dem Beginn der Doppelatmung nicht warten.

Doppel- oder Einfachatmung? Es gibt international sehr erfolgreiche Schützen/-innen, die die Einfachatmung anwenden, andere atmen sogar dreifach. Man kann sich alles antrainieren. Letztlich ist alles Trainingssache! Die Doppelatmung kommt dem normalen Atemrhythmus entgegen und bringt mehr Ruhe in den Bewegungsablauf, deshalb ist es ratsam sich diese anzueignen.

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Atmung im Wettkampf

Beim Sportschießen ist die Atmung bei allen Disziplinen das Wichtigste, denn sie steuert den gesamten Bewegungsablauf. Die Atmung läuft in einem festen Rhythmus ab. Sie gilt es zu nutzen. Die Doppelatmung wird allgemein empfohlen und das ist auch richtig, denn sie entspricht dem normalen Atemrhythmus. Im Wettkampf zeigt sich, dass dieser Atemrhythmus nicht von allen Schützen/-innen eingehalten werden kann.

So gibt es Ausnahmen. Im Wettkampf kann sich (muss nicht, ist individuell) der Atemrhythmus durch die gesteigerte Anspannung verändern, so dass es ratsam ist, sogar öfter als zweimal zu atmen. Das muss man ausprobieren. Es gilt, seine individuelle Atmung im Wettkampf zu analysieren und dann zu trainieren, z. B. es kann die Länge des Einatmens und Ausatmens entsprechend variiert werden oder ein kurzes drittes Atmen eingefügt werden. Ein gutes Beispiel dazu ist die Zwischenatmung beim Duellschießen im Warten auf die nächste Scheibe.

Fazit: Jeder Atemrhythmus ist individuell, der speziell trainiert werden muss, und zwar so, dass das Ein- und Ausatmen im Training und im Wettkampf gleich verläuft. Es muss automatisiert werden, damit man sich auf andere Elemente (Visieren, Abziehen) konzentrieren kann.

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Bewegungsablauf

Ein Bewegungsablauf, der letztlich zur "Zehn" führen soll, verlangt vom Schützen das Koordinieren der einzelnen Phasen (Vorbereitungs-, Auftakt-, Arbeits-, Auslöse-, Nachziel- und Rückkehrphase) und diese mit der Atmung zu steuern. Der Weg zur "Zehn" beginnt mit einer bewusst kontrollierten Vorbereitungsphase.

Beim Beobachten von Schützen kann festgestellt werden, dass zwar Wert bei der Vorbereitung auf das Einnehmen des äußeren Anschlages gelegt wird, der aber - was den waffenführenden Arm betrifft - in der Bewegungsablauf-Vorbereitungsphase nicht weiter korrekt verfolgt wird, z.B. das Handgelenk wird abgeknickt und erst im Hochführen der Pistole gestreckt.

Nach dem Laden und vor dem Hochführen des waffenführenden gestreckten Armes ist die Muskelspannung so aufzubauen, die zum Führen und Halten der Pistole notwendig ist und sie ist während des gesamten Bewegungsablaufes beizubehalten. Das betrifft vor allem das Handgelenk und den Druck der Handfläche und der Fingerspitzen auf den Griff. Natürlich bleibt dabei auch die Kopfhaltung unverändert. Beim Training darauf achten!

Der Bewegungsablauf verlangt vom Schützen die volle Aufmerksamkeit, damit mit äußerster Konzentration gezielt, der Schuss ausgelöst und nachgezielt werden kann.

Was ist beim Bewegungsablauf von besonderer Bedeutung?

  • Das Atmen: Denn es steuert den Bewegungsablauf vom Hochführen der Waffe bis wieder zurück zum Ablagetisch. Das muss speziell trainiert werden.
    Es darf weder zu viel noch zu wenig eingeatmet werden. Das muss man üben! Auch, wenn man denkt, das kann ich, sollte das speziell immer mal wieder trainiert werden. Es schleichen sich gerne - besonders nach nicht so gut verlaufenden Wettkämpfen - Fehler ein.
    Ein weiterer Fehler wird im Halteraum vor der Schussauslösung gemacht: Es wird der Atem angehalten, dabei kann im Brustkorb leicht ein Druck entstehen, vorallem dann, wenn zu lange gezielt wird, das Auslösen des Schusses zu lange dauert. Das Atmen ist bei immer noch leicht geöffneten Lippen einzustellen, es wird so einfach das klingen mag, nicht mehr weitergeatmet. Erst nach der Nachzielphase, die etwa 2 Sekunden dauert, wird wieder geatmet.

  • Das Druckverstärken: Der Abzugsfinger ist schon vor dem Hochführen der Waffe auf das Abzugszüngel korrekt in der Mitte des ersten Fingergliedes aufzulegen und es sollte gleich bis zum Druckpunkt leicht gedrückt werden, aber spätestens mit Beginn des ersten Absinkens der Waffe muss der Druckpunkt gut gefühlt werden und dieser Druck ist konsequent bis zum Halteraum beizubehalten, damit in der Auslösephase auch konsequent langsam bis nach Schussauslösung weitergedrückt werden kann.

    Leider geschieht es sehr leicht, dass mit zunehmender Konzentration auf das Korn besonders vor Erreichen des Halteraumes der Druck leicht nachlässt, was sich dann beim Lösen des Schusses negativ auswirkt, denn der Schuss wird dann oft verrissen.

    Löst sich der Abzugsfinger mit Schussauslösung vom Abzugszüngel, wird der Schuss auch oft verrissen. Besser: Bis kurz nach Schussauslösung den Druck auf dem Abzugszüngel belassen und weiter konsequent mit dem Zielauge auf dem Korn bleiben.
    Aber:
    Zu lange darf das z. B. bei Waffen, die die nächste Patrone automatisch nachladen, nicht geschehen, denn die Waffe lädt sonst die nächste Patrone nicht nach. All das muss geübt werden und das verlangt vom Schützen Ausdauer, die volle Aufmerksamkeit und Konzentration und letztlich die Disziplin, sich selbst dazu zu erziehen.


    Ein Trainer ist da sehr hilfreich, weil man selbst solche winzige Kleinigkeiten nicht so wahrnimmt. Deshalb eine Bitte an jede Vereinsvorstandschaft: Unterstützt Schützen, die den Trainerschein machen wollen, auch finanziell. Ein Vorschlag wäre: Richtet speziell dafür die Haushaltsstelle "Ausbildung" ein. Ich könnte mir vorstellen, dass beispielsweise Mitglieder einen oder mehr Euro mehr gerne für eine solche Unterstützung bezahlen, denn letztlich kommt es ihnen wieder zugute.

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Gewinnen ist Kopfsache

Angenommen

• die allgemeine (Fitness) ist gut,
• die spezielle (Haltekraft) Kondition ist sehr gut,
• die Ausrüstung (Sportgerät, evtl. Brille, Abdeckblende usw.) ist vorbildlich,
• der äußere Anschlag ist gefestigt (kann immer mit der gleichen Muskelspannung
    eingenommen werden),
• der Griff fühlt sich in der Hand gut an, kann immer mit der gleichen Festigkeit umfasst
    werden,
• der Bewegungsablauf mit all seinen sechs Phasen gelingt gut,

dann steht einem Gewinn doch nichts mehr im Wege oder doch?

Schön wär's! Wir stehen uns oft auch selbst im Wege, weil sich unsere grauen Zellen so völlig – manchmal sogar konfus – in das Wettkampfgeschehen einmischen. Das geschieht im Grunde schon vor dem Wettkampf. Alle Wenn und Aber geistern durch unsere grauen Zellen. Und manchmal haben unsere Gedanken mit dem eigentlichen Geschehen so garnichts zu tun, befassen sich während des Schießens mit z. B. den Ergebnissen anderer Schützen oder man fühlt sich von dem lauten Gerede hinter einem gestört oder oder ...

Die Gedanken sind nicht da, wohin sie gehören, nämlich zum eigentlichen Geschehen, zu dem was jetzt bedeutend ist. Was ist bedeutend? Nur das eigene Handeln, das soll heißen: Befasse dich nur mit dem, was jetzt wichtig ist und das bedeutet, ganz bei sich zu sein und das zu tun, was für einen guten Schuss nötig ist. Arbeite handlungsorientiert. Konzentriere dich auf dein eigenes Tun, denn nur das führt zu einem guten Schuss.

Übrigens, können die oben aufgeführten Punkte wirklich alle mit "JA" beantwortet werden? Sehr unwahrscheinlich. Also ran ans Training, denn sie sind mit die Voraussetzung zum Gewinnen.

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Gleichgewichtstraining

Eine hohe Ausprägung der Gleichgewichtsfähigkeit ist erforderlich, um die Balance sowohl für den äußeren als auch für den inneren Anschlag mit gestrecktem Arm im gleichmäßigem Umfassen der Pistole zu halten.

Die Gleichgewichtsfähigkeit zählt zu den sieben koordinativen Fähigkeiten, die wir zu einer erfolgreichen Schussabgabe benötigen. Kinder lernen am besten diese Fähigkeiten im Alter von ca. 8 bis 12 Jahren. So ist es eine der Hauptaufgaben des Jugendtrainers/ Jugendleiters/Jugendbetreuers Kindern diese Fähigkeiten spielerisch zu vermitteln. Möglichkeiten gibt es viele, z.B. Stehen auf Wackelbrettern, auf Styropor-Schaumplatten, Einbeinstand, Gehen auf einem Balken, Fahren mit dem Pedalo.

In den Jugendausbildungslizenzen (JuBaLi / Jugendleiter) wird speziell auf die koordinativen Fähigkeiten eingegangen und Möglichkeiten des Trainings aufgezeigt. Hinweise finden sich auch im Buch "Nachwuchsarbeit im Schießsport" im Kapitel "Bewegung tut not!"

Auch Jugendliche, Erwachsene und auch Ältere sollten immer etwas für ihr Gleichgewicht tun, denn es ist eine der Grundvoraussetzungen, um gute Ergebnisse im Pistolenschießen zu erzielen. Viel zu wenig wird dafür getan! Also rauf auf das Wackelbrett! Wer damit auch noch gut schießen kann, ist gut dran! Durch Training werden auch die Ergebnisse besser.

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Griffumfassen bzw. Griffhaltung

Erarbeiten des Muskelgefühls für die Griffhaltung mit progressiver Muskelentspannung (Voraussetzung dafür ist ein gut angepasster Griff):
Nimm die Pistole mit der linken Hand auf und setze sie fest in die rechte Handgabelung ein, umfasse den Griff, drücke mit aller Kraft gegen den Griff (Fingerspitzen, erstes Daumenglied und Abzugsfinger bleiben davon unberührt), spüre und fühle den Kraftaufwand in der Hand und entspanne so langsam wie möglich wieder.
Wiederhole diese Übung 5-mal.

Diese Übung gehört auch mit zur Trainings- und Wettkampf-Vorbereitung. Es geht dabei um das Bewusstmachen des Krafteinsatzes.
Setze die Waffe nochmals in die Handgabelung ein, umfasse sie sehr fest, aber gleichmäßig und führe sie mit fixiertem Hand- und Ellenbogengelenk in die Haltefläche. Korrigiere dabei die Visierung nicht. Nimm nun soviel Kraft weg bis du ein gestrichenes Korn hast. Speichere den verbliebenen Krafteinsatz.
Wiederhole auch diese Übung 5-mal.

Setze die Waffe wieder in die Handgabelung ein und umfasse sie jetzt aus dem Gedächtnis heraus mit der Kraft, die zum Führen und Halten notwendig ist. Führe die Waffe in die Haltefläche und überprüfe den Kraftaufwand. Ist das gestrichene Korn noch korrekt im Kimmenausschnitt?
Wiederhole diese Übung so lange, bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist.
Probiere aus, was passiert, wenn du den Griff nicht richtig umfasst.

Mache folgende Übungen:
Umfasse den Griff und gehe mit der Waffe wieder in die Haltefläche, schaue auf die Visierung. Das Korn liegt korrekt im Kimmenausschnitt. Nun drücke einmal mit dem kleinen Finger ganz fest gegen den Griff oder mit den Fingerspitzen oder mit der Daumenspitze oder mit dem Handballen. Was passiert? Durch den einseitigen Druck gegen den Griff verändert sich die Kornstellung. Drückst du während der Schussauslösung derart gegen den Griff, wird der Schuss nicht mehr in der "Zehn" zu finden sein.
Merke dir: Die Haltekraft für das Griffumfassen muss vom Aufnehmen der Waffe bis nach Schussauslösung die Gleiche bleiben. Jede Veränderung führt zu schlechten Schüssen bzw. zu Schussbildverlagerungen. Deshalb solltest du den Krafteinsatz beim Griffumfassen immer wieder kontrollieren und speziell in dein Training zu Hause einbauen. (Quelle: Sportliches Pistolenschießen von Elfe Stauch, Seite 172).

-> Bleibt bei diesen Übungen z. B. das Korn trotz immer gleichmäßigem Krafteinsatzes in Griff, Handgelenkstellung und Armhaltung nicht korrekt im Kimmenausschnitt oder muss mit dem Handgelenk dagegengehalten werden oder es wird die Kopfhaltung minimal verändert, all das kann mal gutgehen, doch auf die Dauer ist das einfach nichts. Dann muss unbedingt an die Veränderung des Griffes gedacht werden. Siehe Pistolengriffe.


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Hilfe der Abzug wiegt ein Kilo

Kilo

Natürlich wiegt der Abzug bzw. das Abzugsgewicht kein Kilo, sondern eben nur die 500 Gramm bzw. besser ein paar Gramm mehr, damit man bei der Waffenkontrolle sicher durchkommt. Dennoch hat man manchmal das Gefühl, dass das Abzugsgewicht plötzlich viel viel schwerer ist. Man drückt und drückt und es löst sich kein Schuss, weil man im Grunde gar nicht abziehen will, weil die Angst vorherrscht, einen schlechten Schusswert zu schießen. Die Druckrezeptoren drücken gar nicht konsequent auf das Abzugszüngel, sondern sind blockiert, sie stehen einen Bruchteil von einem Millimeter krampfhaft vor der Schussauslösung. Dazu braucht es Mut.

Wann passiert das? Hauptsächlich im Wettkampf, wenn man unbedingt die "Zehn" bzw. besonders gut schießen will. Man steht im Halteraum und drückt und drückt auf den Abzug und der Schuss löst sich nicht. Man setzt ab, beginnt von vorne und wieder tut sich im Halteraum nichts, das Gewicht erscheint einen immer höher und wieder setzt man ab, d. h. wenn man absetzt und den Schuss nicht einfach durchreißt. Die Nervosität steigert sich, der Puls erhöht sich und das Gewicht wird immer höher und hinzu kommt, dass die Waffe kaum mehr ruhig zu halten ist, sie wackelt wie ein "Kuhschwanz", weil man den Griff dazu noch fester hält als sonst, Luftnot und und und. Der Gedanke kommt auf: "Ich kann nicht abziehen!" Ein Teufelskreis. All das kennen wir, aber was mache ich, um diesem Teufelskreis zu entkommen. Verschiedene Möglichkeiten -

• Im Wettkampf: Pause! Am besten raus aus dem Anschlag. Mehrmals langsam tief durchatmen, die Gedanken kommen und gehen lassen, langsam das Drumherum, das Endergebnis und noch so manches mit jedem Ausatmen wegatmen, den "Kopf leer" machen, sich loslösen von diesem Gewirre, das im Moment überflüssig ist und sich erinnern an das, was jetzt weiterhilft, seine Gedanken regulieren, mit sich selbst sprechen, wie "Ich kann das!" und damit zu einer positiven Einstellung finden. Leicht gesagt? Na ja, ich muss zugeben, auch das muss im Training geübt werden. Am besten eignen sich dazu mit entsprechender Ausdauer wettkampfbetonte Schießspiele, wie z. B. mit dem Spiel "Hürden überspringen". Im Buch "104 Schießspiele zur Leistungsförderung" finden sich weitere.

• Im Wettkampf: Oft fehlt auch die Zeit, zumindest glaubt man das, um eine Pause machen zu können. Auch existiert die Befürchtung, dass man den äußeren Anschlag nicht mehr so einnehmen kann und doch auch das muss im Training geübt werden.

• Im Wettkampf: Und doch das tiefe Ein- und Ausatmen muss sein, die Muskeln entspannen, Sauerstoff tanken, den abgespeicherten, verinnerlichten Bewegungsablauf mental durchgehen, die Luftpistole auf Trockenabzug umstellen, ein paar Kontrollanschläge - je nach Zeit - ohne und mit Abziehen machen, sich auf die Druckrezeptoren an der Stelle des Abzugsfingers konzentrieren und den Druck auf das Abzugszüngel konsequent langsam erhöhen bis nach Schussauslösung.
Der nächste scharfe Schuss wird einem - je nach Trainingsübung - auch noch nicht so leicht fallen, atmen und abermals tief atmen. Ein Trost, das passiert allen Schützen, auch den Hochleistungsschützen, sie lernen zunehmend durch viel Training und viele Wettkämpfe mit dem Druck umzugehen und finden über eine positive Selbstregulation schneller zum Erfolg.

Eines ist sicher: Das ausdauernde Üben, die gedankliche Auseinandersetzung mit dir selbst, kann dir niemand abnehmen!
Auch nicht der/die beste Trainer/-in und auch nicht das beste Buch.
Sie zeigen dir den Weg auf, gehen musst du ihn selbst und das mit Ausdauer.

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Hürden überspringen

Wie oft habe ich mir zu meiner aktiven Zeit damals gewünscht, z. B. die Hürde von 369 auf 370 Ringe mit der Luftpistole zu schaffen. Ich schoss 368, 367, 369 usw., aber die 370 Ringe blieben auf der Strecke. Ich habe einige Zeit gebraucht, um die Einsicht zu bekommen, dass ich mir die Hürde selbst machte. Um sich von solchen Ergebnishürden (siehe auch Leistungssteigerung) zu lösen, helfen wettkampfnahe Schießspiele, wie z. B. der Hürdensprung :

Huerdensprung

Die hier angegebenen Ringzahlen lassen sich natürlich z. B. immer dem eigenen Leistungsvermögen anpassen, wie durch 6 und 7. Die genaue Beschreibung findet sich im Buch "104 Schießspiele zur Leistungssteigerung, Seite 61/62". Wer solche Hürden auf einmal überspringt, könnte diese auf 20 Schuss verlängern. Es ist ein tolles Gefühl, wenn eine Hürde nach der anderen sofort geschafft wird! Dranbleiben, auch wenn es längere Zeit dafür Geduld und eine enorme Konzentration braucht. Auch andere Hürden lassen sich durch dieses Training leichter schaffen, wie Ablenkungen, weil dadurch auch unter anderem die Konzentrationsausdauer und Willenskraft geschult wird. Ich wünsche viel Erfolg.

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Leistungssteigerung

Trotz regelmäßigen Trainings ist keine Leistungssteigerung in Sicht. Was tun?
Dann sollte man innehalten, sich eine Trainingspause gönnen.

Zu Beginn der sportlichen Tätigkeit steigen die Ergebnisse - je nach Trainingsaufwand - kontinuierlich. Im Zuge dieser ersten Leistungssteigerung wird die technische Ausrüstung verbessert und ein weiterer Leistungsschub erfolgt. Dann kommt eine Phase des Stillstandes, was völlig normal ist. Sich Ruhe gönnen, zurückblicken.

Wer ein Trainingstagebuch führt, sollte zurückblättern, schauen seit wann die Leistungssteigerung stagniert. Gab es irgendwelche Ereignisse, die eine Ergebnissteigerung verhinderten? Was war gut? Was war weniger gut? Was deutet daraufhin, dass dieser Stillstand eingetreten ist? Wurde an der Ausrüstung etwas geändert, was eventuell doch nicht so gut war? Sich für dieses Resumee Zeit lassen und vor allem zu sich ehrlich sein. Alles Geschehene auf sich wirken lassen und daraus die Schlüsse ziehen, die es wieder zulassen, neu zu beginnen.

Wer kein Trainingstagebuch führt, hat es etwas schwerer, denn manches, das jetzt wichtig wäre, ist verblaßt oder völlig in Vergessenheit geraten. So ein Buch zu führen, ist für viele lästig. Das kann ich verstehen. Wer vorwärts kommen will, sollte sich die Zeit dafür nehmen und Aufzeichnungen machen. Manche zeichnen sich ihre Ergebnisse auf und tragen diese fein säuberlich in ein Diagramm ein. Es ist etwas, doch Ergebnisse allein zeigen nur das Auf und Ab auf, nicht aber die Hintergründe, die dazu führen.

Abgesehen von persönlichen Umständen, wie Krankheit, schulische, familiäre oder berufliche Schwierigkeiten u. Ä. steht hinter einer Stagnation oder Negativentwicklung vermehrt der eigene Leistungsdruck.

Beispielsweise: "Heute muss ich doch über die 359 Ringe oder ... kommen." Die Probeschüsse: "Prima, sieht gut aus." Der Beginn der Serie auch noch. Plötzlich der Gedanke: "Das wird heute was!" oder vor dem ersten Wettkampfschuss geistern einem schon Gedanken durch den Kopf wie "Heute nur keine Acht!" Meist wird in diesen oder ähnlichen Gedanken (zu euphorisch bzw. negativ) der nächste Schuss begonnen und vergessen, sich gedanklich darauf vorzubereiten. "Autsch! Ne Acht! Das wird ja heute doch wieder nichts!"

Klar, Ringzahlen spuken im Kopf herum, doch vorrangig dürfen sie niemals sein und schon gar nicht während des Schießens. Sie können ein kurzfristiges bis langfristiges Ziel sein. Mehr nicht! Wichtiger ist, die Aufmerksamkeit auf die Schießtechnik zu lenken und sich eine positive Grundeinstellung anzueignen.

Von vielen Schützen wird beispielsweise der Bewegungsablauf vom Hochführen des Schießarmes bis nach Schussauslösung mit dem Nachzielen als eine Einheit gesehen und auch so trainiert. Der Bewegungsablauf besteht jedoch aus vielen einzelnen äußerst sensiblen Phasen, die getrennt trainiert und speziell koordiniert werden müssen, bis daraus ein harmonisch in sich stimmiger Bewegungsablauf wird, der es möglich macht, nur die Druckrezeptoren auf der Haut der Abzugsfingerstelle so einzusetzen, dass sich weder in der Hand noch sonst wo im Körper ein Muskel zum Zeitpunkt der Schussauslösung bewegt und dass sich dieser Zustand von Schuss zu Schuss annähernd gleich wiederholen lässt.

Der äußere mit dem inneren Anschlag und der Bewegungsablauf mit seinen einzelnen Elementen (Atmung, Führen der Pistole, Zielen, Abziehen) in den Phasen (Vorbereitungs-, Auftakt-, Arbeits-, Auslöse- und Nachzielphase) sind getrennt trocken/scharf zu trainieren und dann immer mehr miteinander zu verbinden.

Dabei sollte man sich im Training nur auf zwei Dinge konzentrieren und diese trocken und scharf trainieren, z. B. das Hochführen und Absenken der Waffe in Verbindung mit der Atmung oder auf das Anlegen des Abzugsfingers auf der Abzugszunge, auf die Druckpunktübernahme, auf das Druckpunktverstärken und auf die Überwindung des Restgewichts (Schussauslösung). Bevor das Abziehen zu einem unbewussten Vorgang wird, muss es bewusst geübt werden.

Mit dem Leitsatz von John Syer/Christopher Connolly, aus "Psychotraining für Sportler" Hamburg 1984

"Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst."

wünsche ich allen viel Spaß und Erfolg beim Training. ___est

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Pistolengriffe

In den Büchern "Nachwuchsarbeit im Schießsport" und "Sportliches Pistolenschießen - Luft- und Sportpistole" wurden die Griffprobleme angesprochen. Im Letzteren finden sich auch umfangreiche Tipps zum Anpassen eines Griffes.

Die Hände von Kindern und Jugendlichen verändern sich im Wachstum stetig. Auch bei Gewichtszu- und -abnahme können sich Veränderungen ergeben, die eine Anpassung des Griffes nach sich ziehen können. Manche Schützen basteln selbst daran herum und beachten die Regeln der Sportordnung nicht. Deshalb sollte jeder Bastler, bevor er sich an die Veränderung seines Pistolengriffes macht, unbedingt die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes (auf Aktualität achten!) lesen. Eine gute Erläuterung zu diesen Regeln habe ich auf der Webseite des Formgriffherstellers Thomas Rink unter www.formgriffe.de gefunden. Wer sich selbst nicht an eine Anpassung herantraut, kann sich dort oder unter www.nill-griffe.com einen auf seine Hand angepassten Griff herstellen lassen.

Bei vereinseigenen Pistolen lässt sich eine Anpassung für die Benutzer nicht umsetzen. Wenn ein Verein für seine Mitglieder, vor allem für seine Kinder und Jugendlichen, die noch keine eigene Waffe haben, etwas tun möchte, sollte er sich z.B. zu einer Luftpistole zwei drei unterschiedlich große Griffe dazu kaufen. Es macht zwar etwas Mühe, jedes Mal den Griff ab- und anzuschrauben, aber das ist immer noch besser, als Kinder und Jugendliche mit einem Griff schießen zu lassen, der es ihnen nicht erlaubt, den Abzugsfinger richtig anzulegen.

Beim Kauf eines Griffes bzw. oder wenn man sich einen individuellen Griff herstellen lässt, sollte immer ein Griff mit einer beweglichen Handkantenauflage bevorzugt werden. Die Hand kann sich verändern, z.B. durch Wärme/Kälte, Gewichtszu- bzw. -abnahme. Wenn die Handkantenauflage dann wieder etwas angepasst werden kann, ist man im Vorteil und muss sich z.B. nicht in den Griff quetschen, was nicht förderlich ist.

Kaum ein Griff passt 100%ig, es sind hier und da Kleinigkeiten zu ändern. Bevor Änderungen mit Spachtelmasse, Holzpaste oder Kork vorgenommen werden, ist der bessere Weg das Modellieren zunächst mit Knete auszuprobieren und eine Weile damit zu trainieren. Ich habe früher immer mit orthopädischem Kork gearbeitet. Beim Training mit Grundschulkindern bin ich auf die Idee gekommen, es mit Knete zu probieren und habe seither sehr gute Erfahrungen gemacht.

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Schulterbeschwerden

Schulterbeschwerden tauchen meist durch falsche Haltung am Schreibtisch oder vorm Computer auf oder durch falsches Tragen oder Heben von Lasten und natürlich bei Pistolenschützen, die meistens zu wenig oder gar keinen Ausgleichssport und Krafttraining machen. Das einseitige Halten der Pistole wirkt sich auf die gesamte Wirbelsäule, vor allem auf die Schulter aus. Deshalb ist Pistolenschützen grundsätzlich anzuraten, in das Training auch Linksanschläge einzubauen (zu Linksanschlägen Näheres im Buch Sportliches Pistolenschießen). Der Orthopäde hilft mit entsprechenden Spritzen (sollte man vermeiden), mit Krankengymnastik ...

Aber ohne eigenes Dazutun kommen die Schmerzen immer wieder und werden meist auch heftiger, bis einem die Lust am Schießen vergeht. Soweit soll es nicht kommen. Eine sehr gute (selbst ausprobiert) Anleitung zur aktiven Schultergynastik, natürlich auch zur Vorbeugung, ist als Pdf-Datei hier herunterzuladen. Sollte die Anleitung im Netz nicht mehr abrufbar sein, dann bitte bei mir per E-Mail melden.

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Selbstinstruktionen

Sich-Gehen-lassen ... die Gedanken ziehen lassen ... die Seele baumeln lassen. Das muss sein! Hin und wieder brauchen wir solche Augenblicke, auch Stunden oder Tage. Träume entwickeln, kann der Beginn eines Erfolges sein.

Wer sich erträumt, etwas im Schießsport zu erreichen, sei es ein hohes Ergebnis, eine bestimmte Qualifikation, auf dem Siegerpodest ganz oben zu stehen, egal was, wird ausdauernd trainieren und sich immer wieder selbst anspornen müssen.

Das Ziel sollte realistisch sein, sollte zum tatsächlichen Trainingsaufwand, zu körperlichen und geistigen Konstitution passen. Ein/e Trainer/-in kann helfen, die Möglichkeiten aufzuzeigen, die zum Erreichen der kleinen Ziele bis zum großen Ziel nötig sind.

Jedes Ziel stellt eine Herausforderung an einen selbst dar, und da können die aufmunternde, immer wieder motivierenden Worte von Trainern sehr helfen, doch letztlich muss man an sie glauben, selbst voll dahinter stehen und für sich selbst auffordernde Selbstinstruktionen finden, die zu einem passen, die mit einer guten Atemtechnik und einer mentalen Vorbereitung helfen, das zu tun, was nötig ist, um das Ziel zu erreichen.

Das große Ziel vor Augen zu haben, es sich immer wieder vorzustellen, es bereits schon erreicht zu haben, ist wunderschön! Doch dabei sollte man auch wieder in die Realität zurückfinden. Denn jedes große Ziel beeinhaltet, viele einzelne, gut platzierte Schüsse.

Es geht immer nur um den einen Schuss! Das ist die Herausforderung, nehme sie an!

Schießen ist ein Wettbewerb gegen sich selbst, die stete Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Unzulänglichkeiten. Das ist die schönste Herausforderung, sich immer mit Selbstinstruktionen, wie "Das packst du schon!", aufzufordern und immer wieder gegen diese oftmals widrigen negativen Gedanken und Umstände, die einem doch auf dem Weg zum großen Ziel begleiten, anzukämpfen, und um letztlich die immense Freude zu erleben, wenn sie gelingt, die "10".

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Trainingsweltmeister

Obwohl das Wort "Trainingsweltmeister" unkorrekt ist, ist es uns doch geläufig und wir wissen, was damit gemeint ist. Es gibt Schützen, die im Training hohe Ergebnisse und im Wettkampf 20 Ringe oder noch mehr weniger schießen. Wie oft hören wir: "Ich bin immer so aufgeregt!", "Schon wieder eine "8"!, "Ich zittere wie Espenlaub!", "Ich schaff' das einfach nicht!", "Ich kann nicht abziehen!", usw.

Der Gedanke an den letzten Wettkampf, der wieder mal sehr schlecht lief, und nun mit der Hoffnung an den bevorstehenden Wettkampf verbunden wird, mit z.B. "Hoffentlich keine Ausreisser!" und ähnliche Sätze verfolgen einen bis zum Beginn des Wettkampfs und sie lassen einem auch im Wettkampf nicht mehr los.

"Hoffentlich" drückt irgendwie schon ein Zögern, eine Unsicherheit aus, so richtig glaubt man nicht daran, dass es dieses Mal besser läuft. Der "Ausreisser" oder die verflixte "8" wird so zum ständigen Begleiter, der Puls schnellt hoch, der Tremor der Hand spielt einem einen Streich. Irgendwie kommt man sich da wehrlos vor. Und zum Schluss: "Ich hab doch gewusst, dass ich das nicht schaffe!" Dann kommen noch die Sportkameraden dazu. "Na, wieder nicht geklappt!". "Du bist einfach ein Trainingsweltmeister!" Und schon ist es möglich, dass sich alles verfestigt und das im negativen Sinne. Was lässt sich tun?

Die Lösung, die mir spontan dazu einfällt, ist das treffende Zitat der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie (1867-1934):

"Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. (Vergangenheit!)
Mich interessiert, was getan werden muss."
(Zukunft!)

Erkenne deine Aufmerksamkeits- und Konzentrationsblockaden!
Sie ziehen im Wettkampf eine höhere, oft verkrampfte Muskelanspannung als im Training mit sich, so dass z.B. der Pistolengriff noch fester umfasst wird, was zusätzlich ein "Zittern", vielleicht noch dazu zum fehlenden Haltevermögen, mit sich bringt. Auch die Kopfhaltung kann dadurch verändert werden, usw.

Bedenke: Dein Denken ist die Vorwegnahme deines Handelns.

Deshalb lenke deine Gedanken, deine Aufmerksamkeit und Konzentration gezielt auf das JETZT. Tue das, was in diesem Moment wichtig ist. Trainiere dir dazu eine gute Atemtechnik an, atme gleichmäßig ruhig tief ein und aus, atme dich mit jedem Atemzug frei von lästigen Gedanken, atme dich gezielt mit deinen Gedanken auf den nächsten Schuss.

Schon mal überlegt, dass ohne Anspannung keine Höchstleistung erreicht werden kann? Wir benötigen eine gewisse Anspannung, um voll wach zu sein für die großen Taten, die bevorstehen. Voll konzentriertes Schießen ist eine Meisterleistung!

Bedenke also: Eine gewisse Anspannung ist für eine Höchstleitung nötig!
Deshalb wird dich letztlich immer ein wenig zu viel Anspannung begleiten. Versuche sie durch tiefes Ein- und Ausatmen auf das Erträgliche zu minimieren und lenke deine Gedanken auf das HIER und JETZT!

Achte auch auf deine Flüssigkeitszufuhr! Wer zu wenig trinkt, kann sich schlecht konzentrieren. Immer etwas zum Trinken mitnehmen. Ein kleiner Schluck kann schon einiges bewirken.

Siehe auch "Sportliches Pistolenschießen".

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Trockentraining

Spaß macht Trockentraining wohl eher selten, dennoch ist es das A und O des sportlichen Schießens, das zum Ziel hat, höhere Leistungen zu bringen bzw. an seine eigene Leistungsgrenze zu kommen.

Begabung hilft, aber ohne Fleiß geht auf die Dauer auch da nichts! Oft bringen weniger Begabte höhere Leistungen, weil sie konsequent und regelmäßig trainieren. Das soll heißen, gelegentliches Trockentraining bringt nicht viel.

Wer mit Halteübungen anfängt und das von den Haltezeiten oder von der Anzahl der Übungen übertreibt, wird sich - wenn die körperliche Fitness dazu noch schwächelt - sich Schulter- und Ellenbogenschmerzen einhandeln und unter Umständen immer damit zu tun haben. Für den Schießsport ist eine allgemeine gute Fitness das A und das Haltetraining das O. Deshalb auf eine gute Fitness achten und zu Beginn von Halteübungen nur 10 Halteübungen á 15 Sekunden (d.h. 10 x 15 Sek. im Halteraum halten, Anschlagshöhe beachten, und 10 Sekunden Pause) machen und Haltezeit langsam von Woche zu Woche steigern bei jeweils einem Tag Pause. Bei 30 Sekunden angekommen, braucht die Haltezeit nicht gesteigert zu werden. Von bis zu einer Minute Haltezeit halte ich im normalen Leistungssport nicht viel. Im Hochleistungssport gelten dann immer die Vorgaben der Landestrainer bzw. Bundestrainer. Denn sie haben die Schützen vor sich und können den körperlichen Zustand usw. beurteilen und mit dem Schützen das Training abstimmen.

Bitte mit Schießkleidung trainieren, zumindest mit den Schuhen, mit denen scharf trainiert wird. Beim Haltetraining muss der äußere Anschlag korrekt eingenommen werden, der sich im Laufe des Trockentraining minimal verändern kann, wenn das Muskelgefühl für den Anschlag zunimmt. Es geht also nicht allein um die Waffe einigermaßen ruhig zu halten, sondern den ganzen Körper in das Haltetraining mit einzubeziehen.

Haltetraining bringt Stabilität und Sicherheit, auf die Dauer das gute Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein.

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Trockentraining - Scheibenberechnung

Die Scheibenanbringung zu Hause für das Trockentraining sollte in etwa der Scheibenhöhe auf dem Schießstand entsprechen. Da die wenigsten Schützen zu Hause auf zehn Meter trocken trainieren können, muss die Scheibenhöhe entsprechend der Entfernung berechnet werden. Eine gute Berechnungstabelle ist im Forum unter http://www.schiesssporttrainer.ch/forum/showthread.php?t=17
herunterzuladen. Man muss nur die entsprechende Disziplin eingeben und schon wird die Höhe errechnet.
Auch findet sich im Forum der eine oder andere Tipp. Dazu: Im Internet gibt es unendlich viel zu lesen, nicht immer sind es die richtigen Ratschläge. Man muss für sich entscheiden, was einem ein Stück weiterbringen kann. Eines ist sicher, ohne Trockentraining sind sehr hohe Ergebnisse auf die Dauer nicht zu schaffen.

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Visierbild

In den ersten Trainingseinheiten werden Kindern und jugendlichen Anfängern anhand von Vorlagen das Visierbild (Scheibe, Kimme und Korn, Abstand von Kimme/Korn zum Spiegel ...) erklärt. Das ist selbstverständlich. Ebenso auch, dass während des folgenden Trainings immer wieder auf die Kornstellung in der Kimme hingewiesen wird, und dass das Auge während des Abziehens und Nachhaltens (Nachzielens) auf dem Korn bleiben muss.

Wie sehen Kinder und Jugendliche ihr Visierbild wirklich? Geben Sie den schon etwas fortgeschrittenen Kindern und Jugendlichen zu Beginn einer Trainingsstunde eine Pistolenscheibe und lassen Sie ihnen die Visierung (Kimme und Korn) so darauf zeichnen, wie sie sie beim Zielen auf die Scheibe vorm Abziehen sehen. Korrigieren Sie zunächst nichts und geben Sie auch keine Hilfestellung. Sie sind nur Beobachter/-in. Lassen Sie die Kinder und Jugendlichen im Anschluss fünf Schüsse abgeben. Dann sollen sie ihre Zeichnung überprüfen und falls nötig ändern.

Haben Ihre Schützlinge alles richtig gemacht? Pfeil nach oben


Wettkampfnahes Training:

Kartenspiel für Elektronic

SpielkartenAls Grundlage dienen ca. 40 bis 60 gleichgroße Kartons in Spielkartengröße. Dann werden 40 bzw. 60 Wettkampfschüsse absolviert. Das Ergebnis von jedem Schuss ist auf eine Karte zu schreiben.

Beim nächsten Wettkampftraining dient das Päcken Kartons als Grundlage. Die Reihenfolge wird nicht verändert. Nun wird versucht, das Ergebnis des notierten Schusses von Karte 1 wieder zu schießen bzw. zu verbessern, usw. Das Ergebnis der Schüsse ist jeweils neben dem "alten" Schusswert einzutragen.

Zum Schluss, wenn konzenziert geschossen wird, sollte das Gesamtergebnis besser sein. Das sollte das Ziel sein.

Die Karten könnten auch gemischt werden oder es könnten nur 10 Schuss oder 20 Schuss geschossen werden. Die Schussanzahl sollte jedoch von vornherein festlegen, d. h. es sollte während des Schießens das Spiel nicht abgebrochen werden.

Wer noch auf Papierscheiben schießt, kann einen Schuss pro Scheibe schießen und beim nächsten Wettkampf genauso, wie oben beschrieben, verfahren.


Quersumme 2 (nur für fortgeschrittene Schützen)

Ein wettkampfnahes Training setzt vom Schützen eine gute Fitness, einen stabilen äußeren Anschlag, eine gute Haltekraft, sowie die Fähigkeit, den Bewegungsablauf exakt mit der Atmung in Einklang zu bringen, voraus. Dass Letzteres trotz besseren Wissens und Könnens nicht immer gelingt, liegt vielfach an der mehr oder weniger fehlenden Konzentrationsausdauer.

Selbst, wenn diese Konzentrationsfähigkeit vorhanden ist, kann diese sehr leicht durch verändernde Bedingungen am Schießstand gestört werden. Auch, wenn man bereits gelernt hat, mit diesen Störungen fertig zu werden, spielen uns manchmal die eigenen aus dem Nichts auftauchenden Gedanken einen Streich. Jetzt muss sich ein Schütze gedanklich auf das Hier und Jetzt .....

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Ruck-Zuck-fertig!

Dieses relativ kurze Schießspiel ist besonders geeignet zum Schluss von Trainingseinheiten bzw. vor Pausen, z. B. bei Tageslehrgängen. Es zeigt sich, wer weiterhin konzentriert bei der Sache bleibt oder schon in Gedanken bei der Pause ... ist. Nachher sollte über diese und weiteren möglichen Ablenkungen gesprochen werden.

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Stufentraining für die Luftpistole

Stufentraining kennen viele und führen sie auch mit ihren Schützen durch. Diejenigen, die es vergessen haben oder es vielleicht doch nicht kennen, sollten sich die zwei Seiten herunterladen.___est


Toleranz gefragt!

Dieses Schießspiel ist für zwei Schützen gedacht und zählt zu den wettkampfnahen Schießspielen. Es sind vier 10-er-Serien zu schießen, wobei in jeder Woche nur eine absolviert wird. Das Ergebnis des fünften und zehnten Schusses ist dem Partner/der Partnerin zu schenken. Nach vier Wochen wird das Ergebnis zusammengezählt und der Gewinner ermittelt. Vor Beginn vereinbaren die beiden Schützen, was der Gewinner bekommt. Es sollte nur eine Kleinigkeit sein, z.B. ein Getränk, eine Schokotafel oder eine gute Tat.

Ziel: Aufgrund dessen, dass jeweils das fünfte und zehnte Schussergebnis zu verschenken ist, könnte man extra schlecht schießen. Das wird aber der andere Schütze dann auch tun. Sinnvoll ist das nicht und gelingt auch nicht so wie man sich das vorstellt. Deshalb ist es besser, man ist tolerant und gibt bei jedem Schuss das Bestmöglichste!
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Versteckspiel

Dieses Schießspiel zählt zu den wettkampfnahen Schießspielen und lässt viele Möglichkeiten offen, z.B. kann die Schießzeit begrenzt werden. Die Beschreibung kann hier als Pdf-Datei heruntergeladen werden.

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Wissen ist Macht

Wissen ist Macht ist im Deutschen ein geflügeltes Wort, das auf den englischen Philosophen Francis Bacon (1561-1626) zurückgeht. ... (siehe https://de.wikipedia.org/
wiki/Wissen_ist_Macht, 17.09.2018)
.

Tageslehrgänge, Wochenendseminare - überall werden Aus- und Weiterbildungen und das nicht nur in den Landesverbänden des Deutschen Schützenbundes (DSB) angeboten. Auch der DSB und andere Sportverbände bieten zahlreiche Weiterbildungen an. Die Themen sind vielfältig. Diese Angebote sind vorwiegend für Lizenzinhaber, können aber auch unter Umständen von Interessenten ohne entsprechender Lizenz besucht werden. Nachfragen lohnt sich immer! Dann gibt es auch offene Lehrgänge (auch Jedermannlehrgang), an denen - je nach Disziplin - auch Schützen/-innen teilnehmen können, um noch Hinweise zur eigenen Leistungsverbesserung zu bekommen.

Soweit so gut! Auch das Internet bietet eine Unmenge von Informationen, Ratschlägen, Verbesserungsvorschlägen, natürlich auch wie ich sie auf dieser Seite aufführe. Auf die tatsächlichen Umsetzungsmöglichkeiten möchte ich nicht eingehen, das muss der/die Schütze/Schützin selbst ausprobieren, denn man sollte zu einer Information auch den inneren Zugang finden, die Einsicht dazu haben. So behaupte ich nicht, dass meine Informationen die einzig Richtigen sind. Doch es ist feststellbar und das nicht nur im Sportschießen, sondern allgemein, wenn man im Internet unterwegs ist, es werden schnell Meinungen gebildet, hin und wieder wird gar nicht alles gelesen und manches weiterverbreitet, das so nicht korrekt ist. Aber darum geht es mir hier auch nicht, sondern darum

  • Lesen allein reicht nicht
  • Weiterbildungen allein reichen auch nicht
  • Hinweise, Ratschläge von anderen Schützen/-innen reichen auch nicht

Was dann? Man sollte handeln, bereit sein, etwas zu tun.

Nur ein Beispiel dazu: Mein Korn ist verschwommen, immer wieder hört man das "Gejammer", wenn die Leistung absinkt. Der Ratschlag: "Dann geh' doch mal zum Augenarzt!" oder "Stimmt das Korn im Verhältnis zu den Lichthöfen?" oder "Schaust du auf die Scheibe oder hin und her, während des Bewegungsablaufs?" oder "Fokussierst du das Korn schon in der Aufwärtsbewegung und bist du zum Schuss kommst, verschwimmt dir das Korn?" oder "Schießt du zu schnell, so dass sich das Auge nicht erholen kann und es an Sauerstoff fehlt?" oder "Siehst du in der Pause von einem zum anderen Schuss hin und her, nimmst ständig andere Farben auf ...?" usw. und so fort.

Und es wird nichts dergleichen getan und beim nächsten Training folgt wieder irgendein "Gejammer" und manche wiederholen sich oder es werden Ratschläge gar nicht aufgenommen.

Man muss zur Einsicht kommen und dann auch handeln wollen. Das ist leider nicht immer angenehm, manches ist mit Kosten verbunden, wie beispielsweise eine Schießbrille, manches andere verlangt ausdauerndes Training. Sicher kann das eine oder andere verworfen werden, wenn es nichts bringt, aber dann auch nicht ständig. Bei jedem Training etwas anderes auszuprobieren bringt absolut nichts.

Ohne Handeln nutzt das ganze Wissen nichts und Umlernen braucht Zeit! Und verwerfe erst, was nach längerem Training nichts bringt!

Jetzt im Herbst ist es Zeit, das letzte Sportjahr zu überdenken und zu überlegen, was hätte besser laufen können und was kann jetzt geändert werden, damit es Nächstens besser läuft. Handle jetzt!

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aktualisiert: 23.09.2018
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