Nachwuchsarbeit-Schießsport

Lichtschießen für Kinder

Auf dieser Seite werden Sie immer mal wieder Neues entdecken können. Sie können hier auch mithelfen. Wenn Sie das wollen, melden Sie sich bei mir einfach per E-Mail.

-> zurück zu Trainingseinheiten


 

Der Anfang

 

 

 

 

 

 

 

Keine Werbung

 

 

 

 

 

 

 

Tag der offenen Tür...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht genügend Lichtsportgeräte, fehlende Mitarbeiter/-innen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

No-go!

 

 

 

 

 

 

Alles richtig gemacht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder
mitbestimmen
lassen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Voraussetzungen

 

 

Lichtschießen für Kinder

Mit den Lichtsportgeräten (Lichtgewehr, Lichtpistole, Laser-Biathlongewehr) hat jeder Verein die Möglichkeit, Kinder im Grundschulalter an das sportliche Schießen heranzuführen.

Das gemeinsam von mir mit den Autoren Burkhard Schindler, Thorsten Schierle und Peter Schmidt erarbeitete Buch "Nachwuchsarbeit im Schießsport" stellt eine gute Grundlage dar, um zu Nachwuchs zu kommen. Die nachfolgenden Ausführungen sind Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren im Besonderen mit Kindern gemacht habe.

Vorweg möchte ich betonen, dass ich keine Werbung für irgendein Lichtsportgerät machen möchte, auch wenn ich hier und da eines nenne, weil es sich für mich praktisch im Umgang mit Kindern, und weil es sich vor allem im schnellen Aufbau bei Aus- und Weiterbildungen gezeigt hat, also überall unkompliziert aufgebaut werden konnte. Ein Verein, der mit dem Lichtschießen beginnen möchte, sollte sich mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinandersetzen.

Ist es mit einem "Tag der offenen Tür", einem Ferienkurs oder ähnlicher Veranstaltung getan, um an Nachwuchs zu kommen?

Mit der entsprechenden Reklame (Plakate, Mund-zu-Mund-Werbung, Presseankündigung) und einem Termin, der möglichst in den Ferien oder an einem Samstagnachmittag liegt, kommen bestimmt ein paar Kinder, die das Schießen ausprobieren wollen. Drei Lichtsportgeräte werden ausgeliehen. Die Kinder kamen, es war eine Freude für den Verein. Teilweise kamen auch die Eltern mit. Auch für sie wurden Druckluftsportgeräte bereitgestellt. Der Vorstand stellte seinen Verein vor, führte sie in alle Räume, erklärte dieses und jenes und natürlich die Sicherheitsregeln. Die vielen Betreuer/-innen erklärten den Kindern und Eltern das Zielen und Abziehen. Die Kinder waren begeistert, es fielen auch schon mal "Zehner", die einen wahren Begeisterungsausbruch auslösten. Es gab coole Getränke, Kaffee und Kuchen, rundum waren alle zufrieden. Am Ende waren alle Vereinsmitglieder geschafft, aber glücklich, weil alles so gut gelaufen ist und auch, weil sich schon einige Eltern nach den regulären Trainingszeiten erkundigt haben. Super so kann es weitergehen!
Fazit: Diese Art von Veranstaltungen mit veränderten Programmen (z. B. auch Kindergeburtstage) sollten regelmäßig durchgeführt werden, damit die Bevölkerung den Eindruck bekommt: "Das ist ein rühriger Verein! Da wird was geboten!"

Der erste reguläre Trainingstag

Am ersten Trainingstag nach der Veranstaltung kamen dann plötzlich acht Kinder und wollten schießen. Ja aber, die ausgeliehenen Lichtsportgeräte wurden zurückgegeben und der Verein verfügte nur über ein Lichtgewehr. Auf diesen "Ansturm" war der Jugendleiter nicht vorbereitet. Hinzu kam, dass er mit der jungen Schar alleine war. Die Kinder wollten natürlich schießen, nicht so lange warten, bis sie an die Reihe kamen und dann mal zehn Schuss schießen durften. Manche gingen gleich enttäuscht, andere kamen zum nächsten Trainingstag nicht wieder. Geblieben ist letztlich kein Kind. Ein Flop!
Fazit: Lichtsportgeräte können ausgeliehen werden, um sie mit Vereinsmitgliedern zu testen, um besser über einen Kauf entscheiden zu können. Aber: Lichtsportgeräte sollten nicht für eine Aktion ausgeliehen werden, die dann für das reguläre Training nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch sollten mindestens zwei Jugendmitarbeiter/-innen mit einer entsprechenden Ausbildung die Grundschulkinder betreuen. Da beide nicht immer Zeit haben, schon mal etwas dazwischenkommt, sollte für den "Notfall" ein weiterer Jugendmitarbeiter verfügbar sein. Denn vor verschlossenen Türen stehen Kinder nicht gerne und auch nicht lange! Pünktlichkeit der Mitarbeiter ist ein Muss!

Ein No-go!

Auch das erlebte ich: Auf Drängen des Kindes und auch der Eltern durfte ein 11-jähriger Schüler mal das Luftgewehr ausprobieren. Am regulären Trainingstag kam er allein und brachte dafür kein Verständnis auf, dass er ohne Ausnahmegenehmigung für das Schießen mit dem Luftgewehr plötzlich 12 Jahre alt sein sollte. Umso ärgerlicher für den Jungen, er hatte schon Freunde mitgebracht!
Fazit: Niemals ein Kind unter 12 Jahren ohne Ausnahmegenehmigung, auch nicht, wenn die Eltern dabei sind, mit Druckluftwaffen schießen lassen. Der erboste Schüler kam mit seinen Freunden nicht wieder!

 

Trotz Lichtsportgeräte und trotz Mitarbeiter/-innen mit einer Grundausbildung

bleiben die Kinder langsam weg. Es wurden Lichtsportgeräte angeschafft und es gibt Jugendmitarbeiter/-innen und trotzdem bleiben die Kinder langsam weg. Woran mag das liegen? An der Schnelllebigkeit unserer Zeit? Das was heute gilt, gilt morgen schon nicht mehr! Das ständig Neue? Was bedeutet das? Flexibilität! Wer als Berufstätiger nicht flexibel ist, sich nicht die entsprechenden Kenntnisse aneignet, bleibt im rasanten technischen Fortschritt auf der Strecke. Es scheint mir, als ob wir irgendwann von der Technik überrollt werden und alle immer weniger mithalten können.

Die Anpassung an die Flexibilität ist das eine, das andere aber auch, dass der Aufbau und das Halten einer Kindergruppe von vielem anderen abhängt, wofür ein Jugendleiter nichts kann. Trotz des Bemühens kommt ein/eine Jugendleiter/-in bei Kindern mehr an als der/die andere. Das ist auch bei Lehrern so, nur zur Schule müssen die Kinder. Andere Beispiele:
- Lage des Schützenhauses (zu weit vom Zentrum entfernt)
- wenig jugendgerechte Räumlichkeiten
- zu wenig oder keine Spielmaterialien und Raum dafür
- zu wenig finanzielle, auch emotionale Unterstützung
- Großstadt (zu viele andere Angebote) und vieles mehr.

Vieles kann ein/eine Jugendleiter/-in tun, aber eben nicht alles! Das kann für ihn/sie auch demotivierend sein, was sich leider dann auch auf die Kinder übertragen kann.

Die Kinder heute? Sie wollen flexibel sein, das "Neue" verspricht Spannung und Action, bis auch das langweilig wird, kein Problem: das nächste "Neue" wartet schon! Passen wir da mit unserer vorwiegend statischen Sportart dazu? Eine Sportart, die von einer Konzentrationsausdauer und einer hohen technischen Anforderung gekennzeichnet ist und die im Grunde eine Meisterleistung von körperlicher, seelischer und geistiger Beherrschung ist?

Mit dem Lichtschießen haben wir die Möglichkeit, den Kindern all die Fähigkeiten nahezubringen, aber nicht allein durch das sportliche Schießen, sondern nur in Verbindung mit spielerischen Bewegungsformen, die Kindern Spaß machen.

Es gilt, die Begeisterung, die die Grundschulkinder ursprünglich mitgebracht haben, zu erhalten und ihren Bewegungsdrang und dem Bedürfnis nach "Neuem" so zu unterstützen, dass sie im Verein bleiben. Wege, die dahin führen können:

  • Kinder grundsätzlich mitbestimmen lassen.
  • Spielen und wieder spielen.
    Spiele sind oft sehr viel wichtiger als Schießen. Besonders im Grundschulalter ist die Schulung der koordinativen Fähigkeiten wichtig. Sie lassen sich spielerisch am besten schulen.
    Spiele mit den Kindern abstimmen. Ihre Meinung miteinbeziehen.
  • Kindern Werte vermitteln, wie Pünktlichkeit, Höflichkeit, Rücksichtnahme, Sauberkeit.
    Regeln erstellen und auf Einhaltung achten, sonst verpuffen sie. Die Regeln mit den Kindern zusammenstellen. Sie müssen von ihnen akzeptiert werden. Die Regeln selbst als Jugendleiter/-in einhalten!
  • Die Wissbegierde der Kinder unterstützen. Sportordnung mit den Kindern lesen, erklären.
  • Alle Kinder gleich behandeln, auch weniger Schießsport-Begabte. Sie sind für die Gruppe genauso wichtig!
  • Unbedingt die Eltern miteinbeziehen. Elternabende, Mutter-/Vater-/Kind-Schießen durchführen. Für die Eltern vorab Trainingsstunden einrichten. Sie sollen erfahren, was ihre Kinder beim Schießen leisten.

Das ist im Moment alles, was mir so einfällt.

 

Dazu braucht es:

  • Personelle Unterstützung aller Mitglieder im Verein

  • Möglichst viele Mitglieder sollten eine Grundausbildung als Übungleiter (Schießsportleiter, JuBaLi, Jugendsprecher) absolvieren. Es sollte mindestens einen ausgebildeten lizenzierten Jugendleiter (oder Mitglieder, die mindestens eine jugendgerechte Ausbildung absolviert haben, z.B. JuBaLi oder Jugendassistent/-in), einen C-Trainer, ggf. B-Trainer im Verein geben, und alle müssen ein Team bilden und an einem Strang ziehen. Die Landesverbände, Bezirke, Kreise (Gaue) bieten Aus- und Weiterbildungen an. Mitglieder, die zumindest eine Grundausbildung haben, haben dann meist auch mehr Verständnis für den/die Jugendleiter/-in und für Kinder und Jugendliche.
    Der Verein sollte die Teilnahmegebühren übernehmen, und unter Umständen auch die Fahrtkosten.

  • Die Anschaffung von genügend Sportgeräten, denn Kinder warten nur ungern lange, bis sie endlich drankommen. Als gut haben sich erwiesen: zwei Lichtsport-Biathlongewehre für liegend und stehend aufgelegt und zwei Lichtsportgeräte. Mit den Biathlongewehren lassen sich geschickt Schießen und Laufen oder Radfahren oder sonstige spielerische Bewegungsformen verbinden, die Kindern zusätzlich Spaß machen.

  • Spielgeräte. Das müssen keine teuren Geräte sein. Aus Alltagsmaterialien lässt sich vieles gestalten, auch mit den Kindern. Die Spielgeräte solltem entsprechend dem Platz, der für die Kinder zum Spielen im Schützenhaus oder umzu vorhanden ist, ausgewählt werden. Ein entsprechender Aufbewahrungsschrank ist ein Muss. Spielvorschläge mit und ohne Geräte, für Drinnen und Draußen, für wenig und viel Platz, finden sich im Internet viele.
  • Laufende Öffentlichkeitsarbeit, Flyer- und Plakatwerbung, Presseberichte (auch von den Aktivitäten, dazu siehe auch das Buch "Nachwuchsarbeit im Schießsport". Es sollte in jeder Vereinsbibliothek vorhanden sein.

  • Die Jugendleitung braucht die Unterstützung und Anerkennung des gesamten Vereins. Eine Kinder- und Jugendgruppe zu leiten, ein Team daraus zu machen, die einzelnen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen zu fördern, selbst immer diszipliniert zu sein, ist eine sehr schöne, aber auch aufwändige Arbeit, die das ganze Jugendleitungsteam fordert. Das hat nichts mit ein bisschen Schießen zu tun!

Kinder und Jugendliche erhalten den Verein am Leben!

Training mit Kindern

aktualisiert: 15.05.2018
Impressum/Datenschutz
Home
Plus/Minus 10-Schießspiele
Autoren
Weitere Literaturempfehlungen
Tipps
Trainingseinheiten
Links